Die Spondylolisthese, auch als Wirbelgleiten bezeichnet, ist eine Erkrankung der Wirbelsäule, bei der ein Wirbelkörper seine normale Position verlässt und nach vorne oder hinten über den darunterliegenden Wirbelkörper rutscht.
Dies führt zu einer Instabilität der Wirbelsäule und kann Schmerzen sowie neurologische Beschwerden verursachen.
Am häufigsten ist der fünfte Lendenwirbel (L5) betroffen, der sich über das Kreuzbein (S1) verschiebt.
Ursachen der Spondylolisthese
Die Ursachen der Spondylolisthese sind vielfältig und lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen:
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Angeborene (dysplastische) Spondylolisthese: Eine Fehlbildung der Wirbelbögen kann bereits bei der Geburt vorhanden sein und das Risiko eines Wirbelgleitens erhöhen.
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Isthmische Spondylolisthese: Diese Form entsteht durch einen Ermüdungsbruch (Spondylolyse) im Bereich des Wirbelbogens. Sie tritt häufig bei Jugendlichen oder Sportlern auf, die hohe Belastungen der Wirbelsäule ausüben (z. B. Turner, Gewichtheber).
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Degenerative Spondylolisthese: Durch altersbedingten Verschleiß von Bandscheiben und Wirbelgelenken kann es im höheren Lebensalter zu einem Wirbelgleiten kommen.
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Traumatische Spondylolisthese: Nach Unfällen oder Verletzungen kann eine Verschiebung der Wirbel auftreten.
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Pathologische Spondylolisthese: In seltenen Fällen kann ein Wirbelgleiten durch Tumore oder Infektionen verursacht werden.
Einteilung nach Schweregrad
Die Spondylolisthese wird anhand des Verschiebungsgrades des Wirbelkörpers in vier Grade unterteilt:
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Grad I: bis zu 25 % Verschiebung
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Grad II: 26–50 %
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Grad III: 51–75 %
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Grad IV: mehr als 75 %
Symptome der Spondylolisthese
Die Symptome hängen vom Schweregrad und der betroffenen Region ab. Häufig treten auf:
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Rückenschmerzen, insbesondere im unteren Rückenbereich (Lendenwirbelsäule)
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Bewegungseinschränkungen und Verspannungen
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Ausstrahlende Schmerzen in Gesäß und Beine (ähnlich wie Ischias-Beschwerden)
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Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Muskelschwäche in den Beinen
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In schweren Fällen: Blasen- oder Darmentleerungsstörungen
Diagnose der Spondylolisthese
Zur Diagnose werden verschiedene Untersuchungsmethoden eingesetzt:
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Röntgenaufnahmen in Vor- und Rückwärtsbeugung zur Beurteilung der Wirbelverschiebung
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MRT (Magnetresonanztomographie) zur Darstellung von Nervenstrukturen und möglichen Einengungen
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CT (Computertomographie) zur detaillierten Analyse von Wirbelstrukturen und eventuellen Bruchstellen
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung hängt vom Grad der Spondylolisthese und den Beschwerden des Patienten ab.
1. Konservative Therapie (bei milden bis moderaten Fällen):
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Physiotherapie zur Kräftigung der Rückenmuskulatur und Stabilisierung der Wirbelsäule
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Schmerztherapie mit entzündungshemmenden Medikamenten (NSAR)
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Rückenschonendes Training wie Schwimmen oder spezielle Rückenübungen
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Orthopädische Korsetts zur Entlastung (in ausgewählten Fällen)
2. Operative Therapie (bei schweren Fällen oder neurologischen Ausfällen):
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Wirbelversteifung (Spondylodese): Fixierung der betroffenen Wirbel mit Schrauben und Platten zur Stabilisierung
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Dynamische Stabilisierung: Erhalt einer gewissen Beweglichkeit durch flexible Implantate
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Dekompression: Entfernung von Knochenteilen, um eingeklemmte Nerven zu entlasten
Prognose und Vorbeugung
Mit frühzeitiger Diagnose und richtiger Therapie lassen sich Beschwerden oft gut behandeln. Vorbeugend helfen:
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Stärkung der Rumpfmuskulatur zur Stabilisierung der Wirbelsäule
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Vermeidung einseitiger Belastungen und schwerer körperlicher Arbeiten
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Regelmäßige Bewegung zur Förderung der Bandscheiben- und Gelenkgesundheit
Fazit
Die Spondylolisthese ist eine häufige Ursache für Rückenschmerzen und neurologische Beschwerden.
Während viele Fälle konservativ behandelt werden können, ist in schweren Fällen eine Operation notwendig.
Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Therapie helfen, langfristige Beschwerden zu vermeiden.